Was für ein historischer Tag für ein wunderbares Medium. Radio wird heute 100 Jahre alt! Los ging es in König Wusterhausen.

Heute vor 100 Jahren begann es mit einem kleinen Weihnachtskonzert in König Wusterhausen, gespielt von und mit einigen Postbeamten. Die Zuhörerschaft war damals mit einigen 100 Personen, die ein entsprechendes Empfangsgerät besaßen, sehr gering. Heute sieht das schon ganz anders aus. Radio hat in den 100 Jahren eine mehrfache Wandlung durchlaufen und eine wahre Erfolgsgeschichte hingelegt.

Langwelle und Mittelwelle sind Geschichte bzw. eher irrelevant. Im Jahr 1949 folgten ultrakurzwellen-Sendungen. UKW ist noch heute der erfolgreichste Verbreitungsweg, aber auch sein Zenit ist längst überschritten. Denn was in den 90er Jahren begann, sollte ab 2011 eine weitere Erfolgsgeschichte werden: DAB+.

Ein weiterer Meilenstein wurde am gestrigen 21.12. gelegt: Seit dem 21. Dezember 2020 müssen Radios in Neuwagen den Empfang und die Wiedergabe von digital-terrestrischem Radio, also DAB+, ermöglichen. Auch für stationäre Radiogeräte mit Display gilt künftig die Digitalradiopflicht (DAB+ und/oder IP), wenn sie den Sendernamen anzeigen können. Mit der Entscheidung von Bund und Ländern setzt die deutsche Legislative EU-Regelungen zur Interoperabilität beim Radio-Empfang in nationales Recht um.

2020 setzte aber trotz eines schwierigen Umfeldes wegen der Corona-Pandemie weitere wichtige Eckpunkte, um Radio auch mindestens in den nächsten 100 Jahren erfolgreich zu halten:

  • Viele neue Sendestandorte: Insbesondere in den letzten Monaten kam es zu zahlreichen Aufschaltungen
  • viele neue Programme, darunter z.B. Arabella Bayern, Radio livelive
  • Der Start des 2. bundesweiten Multiplex am 05.10.
  • rasante Steigerung der Nutzung: Gemäß der Medienanalyse MA gegnüber dem Vorjahr wuchs die DAB+ Hörerschaft um 50%, so eine Berechnung des Digitalradio Büro Deutschland
  • guter Geräteverkauf: Auch die Nachfrage nach Empfangsgeräten steigt

Und zu guter letzt kam Radio insbesondere auch während der Corona Pandemie eine besondere Bedeutung zu. Radio hielt uns auf dem Laufenden, beruhigte uns und unterhielt uns. Viele Programme entwickelten extra Sonderformate und tun dies zum bevorstehenden Weihnachtsfest und zu Silvester weiter. So überträgt z. B. Klassik Radio Gottesdienste, werden Silvesterprogramme umgestellt und auf die neue Situation eingestellt.

Es war ein schwieriges Jahr 2020, auch für das Radio. Werbezeiten wurden storniert. Aber es gibt allen Grund positiv ins Jahr 2021 zu blicken, das meint auch Veit Olischläger, Bereichsleiter bei der BLM gegenüber dem Funkgezwitscher! Ich wünsche Ihnen nun ein besinnliches, gemütliches und friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes, besseres und glückliches Jahr 2021!